Nach­rich­ten zum Thema Coronavirus

Coronavirus Abstandsmesser und Nachrichten

Pro­ble­ma­ti­sche Corona-Kom­mu­ni­ka­ti­on: Die dritte Welle war lange absehbar

Die Bevöl­ke­rung hat also immer wieder erfah­ren, dass B.1.1.7 stär­ker ist als die ande­ren Vari­an­ten. Doch die ent­schei­den­den War­nun­gen fehl­ten: Sie ist auch stär­ker als der Lock­down. Sie hat bereits im Febru­ar eine große Wucht auf­ge­baut; die abso­lu­te Zahl der Infek­tio­nen ver­dop­pelt sich min­des­tens alle zwei Wochen. Und sobald B.1.1.7 sich durch­ge­setzt hat, wird sich auch die Gesamt­zahl der Corona-Infek­tio­nen alle zwei Wochen ver­dop­peln. All das war schon Mitte Febru­ar aus den abso­lu­ten Zahlen ablesbar.

TAZ, 16.03.2021

Flug­ha­fen BER – Kombi-Mutan­te in Deutsch­land nachgewiesen

Wäh­rend einer Rou­ti­ne­kon­trol­le am Ber­li­ner Flug­ha­fen BER ist bei einem Rei­sen­den aus Sach­sen eine Coro­na­va­ri­an­te nach­ge­wie­sen worden, die aus Groß­bri­tan­ni­en und Süd­afri­ka bekann­te Gen­ver­än­de­run­gen ver­eint. … Die Vari­an­te B.1.525 ver­eint jedoch ent­schei­den­de Gen­ver­än­de­run­gen, die das soge­nann­te Spike-Pro­te­in betref­fen, mit dem der Erre­ger in Kör­per­zel­len ein­fällt. Einige davon sind auch bei der aus Groß­bri­tan­ni­en bekann­ten Vari­an­te B.1.1.7 auf­ge­tre­ten, die das Virus wahr­schein­lich deut­lich anste­cken­der machen.

Zudem ent­hält die Kombi-Mutan­te die Muta­ti­on E484K. Diese sorgt offen­bar dafür, dass neu­tra­li­sie­ren­de Anti­kör­per nicht mehr so stabil an das Virus binden. Imp­fun­gen könn­ten gegen die Vari­an­te des­halb weni­ger wirk­sam sein. Auch Men­schen, die bereits eine Covid-19-Erkran­kung über­stan­den haben, könn­ten sich womög­lich erneut infi­zie­ren.

Spie­gel, 09.03.2021

Süd­afri­ka ver­kauft eine Mil­li­on AstraZeneca-Impfdosen

Süd­afri­ka hat einen Vorrat von einer Mil­li­on Dosen des Astra­Ze­ne­ca-Impf­stoffs ver­kauft. Die Impf­do­sen sollen nun in 14 ande­ren afri­ka­ni­schen Staa­ten, die von der Afri­ka­ni­schen Union vor­ge­schla­gen worden waren, zum Ein­satz kommen, erklär­te Gesund­heits­mi­nis­ter Zweli Mkhize.
Das Geld für den Kauf der Vak­zi­ne sei bereits gezahlt worden. Da der Impf­stoff von Astra­Ze­ne­ca offen­bar nur einen begrenz­ten Schutz gegen die in Süd­afri­ka gras­sie­ren­de Virus­va­ri­an­te biete, solle dort nun mit den Vak­zi­nen von John­son & John­son und Biontech/Pfizer geimpft werden.

Spie­gel, 21.03.2021

Mit Impfen kaum erreich­bar Studie: B.1.1.7 tor­pe­diert Herdenimmunität

“Impfen, Impfen, Impfen” — das ist nicht nur die Devise von Bun­des­kanz­le­rin Angela Merkel, son­dern auch der Schlacht­ruf aller euro­päi­schen Länder im Kampf gegen die Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie. Exper­ten und Poli­ti­ker sind sich inzwi­schen einig, dass die dritte Welle, die zur­zeit über den Kon­ti­nent her­ein­bricht, nur durch harte Maß­nah­men — und die Immu­ni­sie­rung der Bevöl­ke­rung auf­zu­hal­ten ist. … Doch For­scher aus Groß­bri­tan­ni­en dämp­fen nun den Opti­mis­mus mit einer neuen Studie. Ihren Berech­nun­gen zufol­ge ist eine aus­rei­chen­de Immu­ni­sie­rung der bri­ti­schen Bevöl­ke­rung mit­hil­fe der Corona-Impf­stof­fe kaum noch mög­lich. Das Land müsse wei­ter­hin mit zahl­rei­chen Neu­in­fek­tio­nen rech­nen, sagen die Wis­sen­schaft­le­rin­nen der bri­ti­schen Uni­ver­si­tät War­wick. Der Grund: Die Schwel­le einer Her­denim­mu­ni­tät durch Imp­fun­gen liege höher als durch Erkran­kun­gen. Denn die aktu­el­le Welle der B.1.1.7‑Mutation durch­seu­che vor allem die bis­lang unge­impf­ten jün­ge­ren Bevöl­ke­rungs­grup­pen rasant.”

NTV, 22.03.2021

Coro­na­kri­se: Fünf Gründe, warum Her­denim­mu­ni­tät viel­leicht nie kommt – aber Impfen trotz­dem hilft

Ver­schwin­det das Coro­na­vi­rus von selbst, wenn die meis­ten Men­schen geimpft sind? Wis­sen­schaft­ler halten das für zuneh­mend unrealistisch. … 

Wie sieht die Zukunft also aus, wenn die Imp­fun­gen womög­lich keine Her­denim­mu­ni­tät brin­gen? Lang­zeit­pro­gno­sen gehen davon aus, dass Covid-19 ende­misch werden und regel­mä­ßig wieder aus­bre­chen könnte, ähn­lich wie die Grippe. Ein Grund zur Ver­zweif­lung ist das jedoch nicht unbe­dingt. Die Über­tra­gung des Virus zu stop­pen, sei ein Weg, zur Nor­ma­li­tät zurück­zu­keh­ren, sagte Stefan Fla­sche, Epi­de­mio­lo­ge an der London School of Hygie­ne & Tro­pi­cal Medi­ci­ne, dem Fach­blatt »Nature«. Es sei Zeit für rea­lis­ti­sche­re Erwar­tun­gen. Selbst wenn Imp­fun­gen keine Her­denim­mu­ni­tät ermög­li­chen soll­ten, schütz­ten sie Men­schen jedoch zuver­läs­sig vor schwe­ren Ver­läu­fen und könn­ten Todes­fäl­le ver­hin­dern. Die Krank­heit Covid-19 werde viel­leicht nicht kom­plett ver­schwin­den, aber ihre All­macht wahr­schein­lich nachlassen.

Spie­gel, 26.03.2021

Impf­stof­fe allein werden die Aus­brei­tung von Covid nicht stop­pen — hier ist der Grund

Viele von uns hoffen, dass Impf­stof­fe gegen Coro­na­vi­ren der Weg aus dem Lock­down sind und wir unser altes Leben wieder auf­neh­men können. Aber Wis­sen­schaft­ler sagen, dass Imp­fun­gen allein der­zeit nicht aus­rei­chen und noch andere Maß­nah­men erfor­der­lich sind.

BBC, 12.04.2021

Corona-Studie aus Israel: Geimpf­te infi­zie­ren sich häu­fi­ger mit Süd­afri­ka-Vari­an­te

Laut einer aktu­el­len Studie der Uni­ver­si­tät Tel Aviv und der Clalit Health­ca­re Orga­ni­sa­ti­on – der größ­ten Kran­ken­kas­se in Israel – haben sich Geimpf­te acht­mal so häufig wie Unge­impf­te mit der süd­afri­ka­ni­schen Vari­an­te [Anmer­kung: vom Typ B.1.351] ange­steckt. … Das For­schungs­team hatte für seine Studie die Proben von 150 Men­schen unter­sucht, die posi­tiv auf das Coro­na­vi­rus getes­tet worden und teils asym­pto­ma­tisch infi­ziert, teils aber auch erkrankt waren, obwohl sie ent­we­der bereits die erste Imp­fung oder sogar beide Imp­fun­gen bekom­men hatten. … „Basie­rend auf dem Bild in der Gesamt­be­völ­ke­rung hätten wir erwar­tet, einen Fall einer Infek­ti­on mit der süd­afri­ka­ni­schen Vari­an­te zu finden, aber wir sahen acht“, zitiert die „Times of Israel“ die Stu­di­en­lei­te­rin Adi Stern: „Dieses Ergeb­nis machte mich nicht glück­lich.“ Im Ver­gleich mit dem ori­gi­na­len Virusstamm und der bri­ti­schen Vari­an­te sei die süd­afri­ka­ni­sche Vari­an­te dazu in der Lage, den Impf­schutz zu durchbrechen.

Frank­fur­ter Rund­schau, 19.04.2021
Studie “Evi­dence for incre­a­sed bre­akthrough rates of SARS-CoV‑2 vari­ants of con­cern in BNT162b2 mRNA vac­ci­na­ted individuals”

Aus­bruch trotz Schnell­test: Besu­cher trägt Coro­na­vi­rus in Klinik

Ein Besu­cher mit falsch-nega­ti­vem Schnell­test-Ergeb­nis hat im Kli­ni­kum Dort­mund einen Corona-Aus­bruch aus­ge­löst. Mitt­ler­wei­le seien 26 Infek­tio­nen – 18 Pati­en­ten und acht Mit­ar­bei­ter – auf den Viren­ein­trag zurück­zu­füh­ren, sagte ein Spre­cher des Kli­ni­kums am Montag.

Spie­gel, 19.04.2021

Groß­bri­tan­ni­en: Delta-Vari­an­te von SARS-CoV‑2 brei­tet sich bei offen­bar ver­min­der­ter Impf­stoff­wir­kung weiter aus

Der Impf­stoff Comirn­a­ty (BNT162b2) von Biontech/Pfizer erzeugt nach Labor­stu­di­en im Lancet (2021; DOI: 10.1016/S0140-6736(21)01290–3) nur eine abge­schwäch­te Immu­ni­tät gegen die Vari­an­te Delta (B.1.617.2), die in Eng­land inner­halb kurzer Zeit zur häu­figs­ten Form von SARS-CoV‑2 gewor­den ist.

Laut dem jüngs­ten Situa­ti­ons­be­richt von Public Health Eng­land (PHE) hat die Vari­an­te Delta, die aus Indien ein­ge­schleppt wurde, bereits in der Woche vor Pfings­ten einen Anteil von 61 % an allen sequen­zierten Proben von SARS-CoV‑2 erreicht. Die Vari­an­te Delta hat sich damit in den ersten 50 Tagen seit ihrem Auf­tre­ten in Eng­land deut­lich schnel­ler aus­ge­brei­tet als alle ande­ren Vari­an­ten davor.

Ärz­te­zei­tuzng, 04.06.2021

Proben-Ana­ly­sen: Wird sich die Delta-Vari­an­te auch in Deutsch­land durchsetzen?

Inten­siv­me­di­zi­ner rech­nen damit, dass sich die zunächst in Indien ent­deck­te Delta-Vari­an­te des Coro­na­vi­rus in Deutsch­land durch­set­zen wird. „Der große Unsi­cher­heits­fak­tor ist gerade die neue Muta­ti­on B.1.617.2, die noch anste­cken­der als die der­zeit domi­nie­ren­de Vari­an­te B.1.1.7 sein soll. Schritt­wei­se wird sich des­halb auch in den nächs­ten Wochen diese neue Muta­ti­on durch­set­zen“, sagte der Prä­si­dent der Deut­schen Inter­dis­zi­pli­nä­ren Ver­ei­ni­gung für Inten­siv- und Not­fall­me­di­zin (DIVI), Pro­fes­sor Gernot Marx, der „Rhei­ni­schen Post“ (Sams­tag). Wenn die Men­schen unvor­sich­tig würden, könn­ten die Infek­ti­ons­zah­len wieder hoch­schnel­len. „Dann ist eine vierte Welle mög­lich“, warnte Marx. Die Inten­siv­me­di­zin sei auf dieses Sze­na­rio aber vorbereitet.

Ärz­te­zei­tuzng, 06.06.2021